Donnerstag, 5. Oktober 2017

adidas Futurecraft AM4 – die Zukunft der Turnschuhherstellung?

Da hat die Turnschuhwelt heute morgen wohl nicht schlecht gestaunt. adidas hat über Nacht endlich die Fortsetzung von adidas Futurecraft präsentiert. Vor etwas über einem Jahr durfte ich beim Launch-Event der Futurecraft "Speed Factory" in Berlin dabei sein, wo das Konzept Schritt für Schritt vorgestellt wurde: die Zukunft der Laufschuhherstellung soll irgendwann "im Laden" stattfinden. 

Der potentielle Kunde kommt in den Store, macht eine Laufanalyse, lässt seine Füße vermessen und gibt persönliche Vorlieben, was die Attribute des Schuhs angeht, ab. Dann wird anhand der aufgenommenen Daten in der bereits genannten Speed Factory der Schuh gebaut – Tape in verschiedenen Stärken soll dabei unterschiedlich stabilisierend wirken. Klingt soweit ja ganz gut. Dass das nicht günstig wird, sollte auch klar sein, ist ja aber für "made in Germany" meiner Meinung nach auch ok. Mein Recap von Damals gibt's übrigens hier beim Sneakers Magazine zu lesen und sehen. 

Der erste Schritt in die (noch etwas ferner liegende) Zukunft stellt die Speed Factory im bayrischen Ansbach dar, wo ein erster Run an Futurecraft AM4s hergestellt werden. Interessant ist, dass adidas sich wieder für eine fast identische Silhouette entschieden hat – was nicht bedeuten soll, dass die schlecht ist. Ich glaube, dass der Futurecraft MFG im letzten Jahr auch dort hergestellt wurde. 




Am 26.10. startet der Release mit AM4LDN (in London), weiter geht's dann mit New York City und Shanghai. Ob es einen deutschen Release gibt, weiß man nicht, wird es aber sicher erfahren. Was der Schuh so kann, das kann ich euch nicht sagen. Ehrlicherweise wird der, wie der MFG im letzten Jahr, zu 99% wohl an Turnschuhmenschen gehen, die heiß auf die Limitierung sind. 

Was den Zukunftsaspekt angeht, bin ich für den Moment allerdings ein kleines bisschen ernüchtert. "Made in Germany" ist mega, aber für mich hört sich das so an, als würde der AM4 erstmal noch in Ansbach produziert und dann weltweit verkauft – was ja im Endeffekt keine allzu große Neuerung ist. Ich bin sehr gespannt! 

Was allerdings sehr geil ist (und doch komplett untergeht), ist die bewegliche und damit voll funktionstüchtige Torsion Bar. Das Torsion System wurde 1988 eingeführt und besonders durch die ZX-Serie "groß" – gerade beim ZX 8000 Aqua dürfte man sofort an den gelben Torsion "Knochen" denken. Um's kurz zu machen: Das Torsion System bestand aus thermoplastischem Material, das es dem vorderen und hinteren Teil des Fußes erlaubte, sich unabhängig zu bewegen. In den meisten Retros war dann jedoch nur noch einfaches Plastik verbaut. Neuere Silhouetten wie der Adizero Feather 2.0 und der Energy Boost hatten dann wieder integrierte Torsion Systeme, doch das, was adidas in der Futurecraft-Mittelsohle verbaut hat, ist "neu", weil mehrteilig und drehbar. Ich bin begeistert! 

Also versteht mich nicht falsch – Futurecraft ist eine ganz großartige Sache und könnte "das Game" nachhaltig beeinflussen, im Moment ist es mir jedoch noch zu früh dafür, das als "DIE ZUKUNFT" zu feiern. Dennoch ist auch der adidas Running Futurecraft AM4 ist gelungener Schuh! 


Die bewegliche Torsion Bar



adidas Futurecraft MFG on feet.  


(die Bilder vom Event habe ich letztes Jahr für's Sneakers Magazine geschossen)



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